Konzept

Der Heide-Cup ist ein Turnier für Freizeitreiter, bei denen der Schwerpunkt ihres Hobbys darin liegt, möglichst unbeschwert die Ausritte in der Natur zu genießen. Damit sie dies Stress und angstfrei tun und auch mal einfach die Seele baumeln lassen können, bedarf es einiger Voraussetzungen an die Fähigkeiten des Reiters, die Ausbildung des Pferdes und das Zusammenspiel zwischen Reiter und Pferd.

Neben einem gewissen Maß an reiterlicher Ausbildung gehört dazu Grundanforderungen an ein verlässliches Freizeitpferd. Manche Pferde bringen schon viel an Coolness und Gelassenheit mit. Oft hilft auch, wenn die Neugier den Fluchtinstinkt aufwiegt. Anderen Pferden brauchen dazu erst einen langen gemeinsamen Lernprozess mit Ihrem Freund, Chef und Vertrauensperson, dem Reiter.

Der erste Heide-Cup fand bereits am 24. August 1996 statt. Besonders stolz sind wir darauf, dass unseren Konzept mit Vorbild war für die seit 5 Jahren stattfindenden Kreismeisterschaften Breitensport/Freizeitreiten des Kreispferdesportverbandes Bonn / Rhein-Sieg.

Die Prüfungen des Heide-Cups bieten die Möglichkeit, sich ein Bild über den gemeinsamen Ausbildungsstand des Pferd-Reiter-Paares zu machen, in dem in der Rittigkeitsprüfung das Geben richtiger Hilfen und die gehorsame Befolgung derselben,in der Geschicklicheitsprüfung Trittsicherheit, Gelassenheit, Durchlässigkeit, Gehorsam und die Geschicklichkeit von Pferd und Reiter und in der “Gehorsam an der Hand”-Prüfung die entsprechenden Eigenschaften - und das ist genauso wichtig - beim Führen des Pferdes gezeigt werden können.In der Rittigkeitsprüfung wird nach Reitweisen unterschieden, da sich die Einwirkung des Reiters bei den einzelnen Reitweisen voneinander unterscheiden, aber auch hier wird nur in Anlehnung an die jeweilige Prüfungsordnung gerichtet, das oberste Kriterium stellt sollte nicht das Reiten nach einer “reine Lehre”, sondern die Harmonie des Pferd-Reiter-Paares sein.In den beiden anderen Prüfungsteilen werden zwar die Reiter der einzelnen Reitweisen für die Gesamtwertung der Turniersieger zu Wertungsgruppen zusammengefasst. Die Bewertungsmaßstäbe sind aber (weitgehend) reitweisenübergreifend.

Teil 1: Rittigkeitsprüfung

Das Pferd soll willig den Hilfen des Reiters folgen und die Gangarten zeigen, die von ihm verlangt werden. Reiter und Pferd sollen dabei ein harmonisches Bild abgeben. Je nach bevorzugter Reitweise findet diese Prüfung statt in Form einer Dressurprüfung Klasse E, in Anlehnung an die LPO für die Reiter der klassischen Reitweise, Gangprüfung mit Zusatzwertung für Sitz und Einwirkung für die Gangpferdereiter, Western Horsemanship in Anlehnung an das EWU-Regelbuch für die Westernreiter.

Teil 2: Geschicklichkeitsprüfung

In früheren Jahren wurde für diesen Prüfungsziel dem Turniergelände ein Stück “Kottenforst spezial” nachgebaut. Geprüft wurde im Wesentlichen die Unerschrockenheit der Pferde, bzw. Vertrauen und Gehorsam gegenüber dem Reiter auch in unbekannten Situationen (Plastik, Wildschweinsuhle, Schafe, Rasensprenger,…).
Seitdem aber auch die FN sich Gedanken über die Anforderungen an Freizeitreiter und ihre Pferde macht und ein Regelwerk für so genannte Allround-Wettbewerbe aufgestellt hat, wurde unsere Geschicklichkeitsprüfung dieser Wettbewerbsform angenähert. Aus einer Auswahl aus Hindernissen des so genannten “Standardheftes für Allround-Wettbewerbe” wird dabei ein Parcours ausgewählt, bei dem der Schwerpunkt nicht mehr, wie bei unserem Ursprungskonzept auf den so genannten “Schreckhindernissen” liegt, sondern möglichst Hindernisse aus allen Bereichen:

Trittsicherheit des Pferdes
Geschicklichkeit des Pferdes
Geschicklichkeit des Reiters
Durchlässigkeit
Gelassenheit
und Gehorsam.Gem. des Standardheftes gibt es zwei Ausprägungen eines Allround-Parcours, den Präzisionsparcours, bei dem es ausschließlich um Stil (Harmonie, Exaktheit,…) und Vermeidung von Hindernisfehler ankommt, die Hindernisse also in relativer Ruhe angegangen werden können und den Aktionsparcours, bei dem auch eine Zeitkomponente mehr oder weniger stark in die Wertung eingeht.Nachdem wir in den letzten Jahren unsere Geschicklichkeitsprüfung stark an den Präzisionsparcours angelehnt hatten, haben wir in diesem Jahr erstmal auch die Zeitkomponente eingebaut, indem wir einen so genannten Kombinationsparcours aufbauen. Der ersten vier Hindernisse entsprechen einem halben Präzisionsparcours und werden nach dessen Leitsätzen gewertet, der Rest des Parcours wird auch auf Zeit geritten. Doch auch hierbei geht die Stilnote in die Bewertung ein. Die zusätzliche Anforderung besteht also darin, das Pferd auch bei Strecken höheren Tempos doch so kontrolliert zu reiten, dass das Paar rechtzeitig, wenn das nächsten Hindernis dies erfordert, im ruhigen Tempo gelassen und harmonisch die Schwierigkeit angeht.

Teil 3: Gehorsam an der Hand:

Auch diese Prüfung ist dem täglichen Umgang mit dem Pferd entnommen. Das Pferd soll sich willig führen lassen und seinem “Führer” gehorsam folgen, ihn nicht “überrennen”, und still stehen bleiben, wenn dies von ihm gefordert wird.

Angelicas Gehorsam an der Hand